Das Haus San Damiano der Franziskanerinnen liegt am Rand des Hietzinger Cottage-Viertels, nahe dem Lainzer Tiergarten und mit weitem Blick über Wien. Die Aufgabe bestand darin, ein Pflegewohnheim für 132 Senior:innen zu schaffen, das leistbares Wohnen im Alter mit hoher räumlicher Qualität verbindet: mit klarer Orientierung, kurzen Wegen, wohnlicher Atmosphäre und größtmöglicher Aufenthaltsqualität.
Der Entwurf arbeitet mit den Stärken der Lage. Vier quadratische Baukörper werden über ein gemeinsames Rückgrat zu einer Großform verbunden und winkelförmig in den Hang eingebettet. So entsteht eine gebaute Landschaft aus offenen und geschützten Plätzen, Terrassen, Wegen und Blickachsen zum Park und über die Stadt. Die Setzung am Rand der Bebauungslinie trennt die straßenseitige Erschließung vom rückwärtigen, intimen Therapiepark und bindet zugleich den alten Baumbestand in den Alltag des Hauses ein.
Im Inneren steht die selbstbestimmte Mobilität der Bewohner:innen im Mittelpunkt. Um zentrale Wohnküchen und Aufenthaltsbereiche sind die Zimmer radial angeordnet; kurze Wege, klare Sichtbeziehungen und übersichtliche Abläufe unterstützen Bewohner:innen und Pflegepersonal gleichermaßen. Die Einzelzimmer mit tiefen Brüstungen ermöglichen auch im Liegen den Blick ins Grüne, einzelne Zimmer können zu Zweizimmereinheiten verbunden werden. Warme Farben, Holz, Teppiche und haptische Materialien schaffen eine ruhige, heitere Atmosphäre. Das öffentliche Erdgeschoss mit Café, Kapelle, Friseur, Behandlungsräumen und Mehrzweckraum öffnet das Haus zur Nachbarschaft. Die vorverwitterte Holzfassade legt sich wie eine schützende Rinde um die Baukörper und verbindet Geborgenheit mit Offenheit zur Landschaft.