Studio Salvi Weber
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„Mit dem Pfeil, dem Bogen, durch Gebirg und Tal, kommt der Schütz gezogen, früh am Morgenstrahl.“

(F. Schiller, Wilhelm Tell)

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„Mit dem Pfeil, dem Bogen, durch Gebirg und Tal, kommt der Schütz gezogen, früh am Morgenstrahl.“

(F. Schiller, Wilhelm Tell)

ACM Ansicht 1 ACM Zeichnung 1

Die Melktribüne ist eine akustische Intervention im öffentlichen Raum, realisiert an der alten Leopoldsbrücke in Melk, an einem Seitenarm der Donau und vis-à-vis des Stifts. Der schwarze, 18 Meter lange Körper ragt pfeilartig in den Himmel und setzt dem barocken Repräsentationsbau ein bewusst anderes Zeichen entgegen: schmal, dunkel, begehbar und aufgeladen mit Klang.

Die Installation entstand gemeinsam mit der Künstlerin Anna Ceeh für Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich. Im Inneren wird der Tunnel mit Soundarbeiten verschiedener Musiker:innen bespielt – eine konzentrierte, intime „One (Wo)man disco“ zwischen Landschaft, Architektur und akustischem Ereignis. Über eine Treppe gelangt man auf eine kleine Aussichtsplattform, die den Blick auf das gegenüberliegende Stift freigibt.

Formal nimmt die Konstruktion Anleihen an El Lissitzkys Lenin-Tribüne und übersetzt deren Idee von Bühne, Bewegung und politischer Geste in eine präzise gesetzte Intervention. So entsteht kein Aussichtspunkt im klassischen Sinn, sondern ein begehbarer Kommentar zum Ort: zwischen Donauarm, Kloster, Klang und öffentlichem Raum.

Projektdetails

Auftragsart: Direktauftrag
Auftraggeber: Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich
Ort: 3390 Melk
Realisierung: 2010
Baukosten: 40.000 EUR
Team: Michael Salvi, Andres Schenker, Thomas Weber

Kooperationen

Künstlerin: Anna Ceeh
Kuratorin: Ursula Maria Probst