Das ÖBB Bürohaus liegt am Praterstern, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Wiens. Der längliche, siebengeschossige Gebäuderiegel aus den 1960er-Jahren wurde ursprünglich als Nächtigungsgebäude für Mitarbeiter:innen errichtet und ist heute ein Bürostandort für rund 305 Arbeitsplätze. Die Bauaufgabe bestand darin, den Bestand mit gezielten Eingriffen weiterzuentwickeln, energetisch zu ertüchtigen und dem Haus im von Bahn und Straße geprägten Umfeld eine neue Präsenz zu geben.
Gemeinsam mit Architekt Günter Mohr wird die bestehende Struktur im Inneren nur punktuell adaptiert; die wesentliche Transformation liegt in der neuen Gebäudehülle. Die statischen Voraussetzungen erfordern eine besonders leichte Fassadenlösung. Aus mintgrünen, gewellten Faserzementtafeln und hellen horizontalen Fenster- und Fassadenbändern entsteht eine plastische Außenhaut, die die horizontale Ordnung des Bestands aufnimmt und zugleich neu interpretiert.
Die Farbigkeit stellt einen Bezug zur benachbarten ÖBB-Infrastrukturzentrale her, während die profilierte Oberfläche je nach Licht und Blickrichtung ein wechselndes Erscheinungsbild erzeugt. Auf der Eingangsseite durchbrechen niedrigere Brüstungshöhen im Bereich gemeinschaftlicher Nutzungen die Strenge der langen Fensterbänder. Ein helles Foyer mit Terrazzoboden formuliert eine klare Adresse; auf dem Dach ergänzt eine begrünte Terrassenlandschaft das Bürohaus um einen gemeinsamen Außenraum für die Mitarbeiter:innen.