Die Stiftung Aarhus liegt in Gümligen bei Bern und bietet Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen einen Wohn-, Schul- und Lebensort. Ausgangspunkt des Projekts ist ein bestehendes Sonderschulheim aus den 1970er-Jahren mit Sporthalle, Beschäftigungs- und Wohngruppen. Die Aufgabe bestand nicht darin, das Haus neu zu erfinden, sondern seine Geschichte weiterzuschreiben: gemeinsam mit Betreuer:innen und Bewohner:innen wurden Qualitäten, Bedürfnisse und Wünsche analysiert und in eine behutsame Sanierung und Erweiterung übersetzt.
Der Entwurf folgt dem Prinzip Upcycling statt Neubauen. Bestehende Räume, Oberflächen, Türen, Böden und Einbauten werden erhalten, wo möglich weiterverwendet und mit gezielten Eingriffen ergänzt. Neue Akustikdecken, Beleuchtung, Bodenbeläge und Einbauten verbessern Alltag, Orientierung und Atmosphäre, ohne den Charakter des Hauses zu überdecken. Die bestehende Farbwelt wird aufgenommen und neu geordnet: pro Raum verdichtet sich die Gestaltung auf eine Farbe, die Identität schafft und zugleich Ruhe gibt.
Wo Erweiterungen notwendig sind, werden sie behutsam in Massivholzbauweise ergänzt. Höfe, Brücken und gemeinschaftliche Zonen schaffen einfache Orientierung, übersichtliche Wege und geschützte Orte der Begegnung. Der Grundriss bietet den Bewohner:innen anregende Spazierwege, Ausblicke in den Park und zugleich gute Übersicht für die Betreuer:innen. Auch die Turnhalle wird nur dort adaptiert, wo es notwendig ist; Bestehendes bleibt sichtbar und wird Teil des neuen Ganzen. So entsteht ein Haus, das Nachhaltigkeit nicht als Verzicht versteht, sondern als liebevolle Weiterarbeit am Bestand – robust, freundlich und mit Sinn für den Hausgeist.